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Burg Herzberg 2006



Der Rockpalast mit Space Debris
Rezension:

Rocktimes (bitte kier klicken!)
Aural Innovation (english)


Trackliste:

1.Into the Sun 22:05 (CD 18:10)
2.Lornas Vibrator 16:15
3.Electric Friends14:18 (CD 14:32)
4.Mountain7:00 (CD 7:29)
5.Whales 17:19 (CD 18:28)
6.Jam Bang 5:40 (CD 4:51)

Space Debris lassen reichlich musikalische Erinnerungen an die 70er Jahre aus ihrem kollektiven Gedächnis aufleben und verbinden diese zu einem eigenen, genuinen Sound. Space Debris haben dabei den Sound der frühen psychedelischen (Hard-)Rockbands mit dem Konzept der »Spontankomposition« der Krautrockbands und der Arbeitsweise des Jazz verbunden, wie man auf bisher 3 im Eigenvertrieb erschienen LP/CDs erkennen kann.
»Was viele bei uns wahrnehmen ist das für Jams unübliche melodische und kompositorische Gerüst, das bei uns immer wieder aus dem Nichts entstehen kann und die Leute verblüfft, wie uns selber auch. Deshalb sehen wir die Stücke auch nicht nur als »Improvisation« an sondern auch als »Spontankompositionen «. Diese Arbeitsweise ist der Arbeitsweise des Jazz ungleich, denn beim Jazz wird ein Hauptthema vorher festgelegt und dann darauf improvisiert
Wir entwickeln das Thema aber erst beim Spielen und der Anteil an Soli ist geringer als beim Jazz. Wir haben Gemeinsamkeiten mit traditionellem Krautrock:
  1. Wir greifen die Sounds und das Musikverständnis der Rockbands der 60er und frühen 70iger auf,
  2. die Instrumentierung und Spielweise,
  3. die Improvisation und Experimente stehen im Vordergrund,
  4. wir sind aus Deutschland,
  5. unser Publikum ist ein Teil der Hippiekultur.
Der Begriff »Krautrock« ist auch kein eng zu fassender Musikstil, sondern historisch zu sehen. Wir beziehen uns dabei einerseits zwar auf die Arbeitsweise und Einstellung der Krautrockbands, aber auch auf englische Vorbilder. Ich denke, dass wir mittlerweile eine recht eigene Art entwickelt haben, die in die Landschaft der frühen 70er passt, aber nichts plump kopiert.« (Christian Jäger/Schlagzeug)

DAS BURG HERZBERG FESTIVAL als u.a. Kultstätte des Krautrock eignet sich natürlich ideal für eine solche Band als Auftrittsort.

Zunächst geht’s los mit INTO THE SUN. Dieses erste Stück wurde leider erst ab dem Ende gefilmt, was sich aber als Glücksfall erwies, denn so sind einzigartige Impressionen vom Herzberg- Festival 2006 entstanden deren Soundtrack gewissermaßen dieser völlig frei improvisierte Titel darstellt.

LORNAS VIBRATOR ist als Studiotitel bereits bekannt von der ersten DLP der Band und hier in einer besonders langen Version zu hören. Tom Kunkel zeigt hier am Keyboard psychedelischen Jazz, Tommy singt mit Leidenschaft die Gitarrennoten nach.

ELECTRIC FRIENDS fängt sowohl filmisch als auch musikalisch völlig hypnotisch an und bricht plötzlich verträumt und dennoch hardrockend aus.

MOUNTAIN ist ein Bluesrock-Kracher mit Woodstock-Feeling.

WHALES ist eine Spontankomposition aus dem Proberaum der Band, hier am Original orientiert sozusagen wiederaufgeführt.

JAM BANG ist, wie der Titel schon sagt eine im live-Rausch entstandene Jamnummer, bei der sich die Musiker den letzten Rest an musikalischer Seele aus dem Leib spielen und das Publikum mitreißen.